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Vortrag | Berliner Stra?en als Topos des Verf¨¹hrerischen in der Gro?stadt?sthetik der Moderne. Karl Grunes Film ?Die Strasse¡° (1923)

17.05.2023 | 18:15 - 19:45

Im Rahmen der Ringvorlesung "Berlin im Krisenjahr 1923: Parallelwelten in Literatur, Wissenschaft und Kunst"

Berliner Stra?en als Topos des Verf¨¹hrerischen in der Gro?stadt?sthetik der Moderne. Karl Grunes Film ?Die Strasse¡° (1923)

Vortrag von Prof. Dr. Swati Acharya (Fakult?t f¨¹r Fremdsprachen, Universit?t Pune, Indien)


Nach Volker Ulrichs historischem Abriss ?Deutschland 1923. Das Jahr am Abgrund¡° und Christian Bommarius¡¯ kunst- und literaturorientierter Revue ?Im Rausch des Aufruhrs¡° h?ufen sich auf dem Sachbuchmarkt Neuerscheinungen, die das Krisenjahr 1923 grell beleuchten. Bedenkt man die gegenw?rtige Weltlage mit ihrem akuten Krisenpotential, so k?nnen und sollen durchaus Parallelen gezogen werden zu den aktuellen gesellschaftlichen Problemen und den wirtschaftlichen Folgen von Klimawandel, Pandemie und dem Krieg in der Ukraine. Die weltweit zu registrierenden gewaltsam ausgetragenen Konflikte und politischen Umbr¨¹che machen es nicht schwer, im Jahr 2023 ein weiteres sich anbahnendes Krisenjahr zu sehen.

Die dem Krisenjahr 1923 gewidmete Ringvorlesung m?chte stattdessen auf die Vielfalt der Diskurse und M?glichkeiten fokussieren, die sich im selben historischen Moment abzeichneten und Bahn brachen. Sie m?chte verschiedene Antworten, Aktivit?ten, Aktionen und vielleicht auch Ausfl¨¹chte herausarbeiten, in denen und mit denen K¨¹nstler:innen, Autor:innen und Wissenschaftler:innen auf die Krisensituation reagierten, sich zu ihr verhielten oder sich ihr entgegen zu stemmen suchten. Au?erordentliche sprachliche und geistige Innovationen hatten bereits im Jahr zuvor vom Erscheinen von Joyce¡¯ ?Ulysses¡° bis hin zur W¨¹rdigung der Relativit?tstheorie durch die No-belpreisvergabe an Albert Einstein Aufmerksamkeit und Anerkennung gefunden. Umso gr??er waren die Anstrengungen im Krisenjahr 1923 Freiheit und W¨¹rde des Menschen durch geistige und k¨¹nstlerische Leistungen als unanfechtbar unter Beweis zu stellen. Diese Leistungen aus heutiger Sicht neu zu betrachten, zu befragen und zu w¨¹rdigen erscheint gerade angesichts der Auseinandersetzung mit den gegenw?rtigen Krisen sowohl f¨¹r die Wissenschaft wie f¨¹r eine breitere interessierte ?ffentlichkeit ¨¹beraus lohnenswert.

Der Fokus auf Berlin als Sammel- und Brennpunkt verschiedenster Energien wird auf beispielhafte Weise die vielen Stimmen h?rbar werden lassen, die gerade hier auf die Krise zu reagieren suchten und die ein anderes Potential des Menschen, seiner F?higkeiten und seiner M?glichkeiten eine menschliche Gemeinschaft zu entwerfen, zum Ausdruck brachten: sie reichen von Vladimir Nabokov bis zu Walter Benjamin; von Franz Kafka bis zu Viktor ?klovskij; von Albert Einstein bis zur japanischen Unterst¨¹tzung der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft.

Am Beginn der Vorlesungsreihe steht eine Podiumsdiskussion mit dem ehemaligen Rektor der FU Berlin, Prof. Dr. Peter-Andr¨¦ Alt, Pr?sident der Hochschulrektorenkonferenz, der Autorin Kathrin R?ggla, Professorin an der Kunsthochschule f¨¹r Medien, K?ln und stellvertretende Pr?sidentin der Berliner Akademie der K¨¹nste, sowie mit dem Regisseur und Autor Andres Veiel und der Komponistin Mayako Kubo.

Zeit & Ort

17.05.2023 | 18:15 - 19:45

H?rsaal 2, Geb?udekomplex Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin